Sunlu T3 Quick First Look / Review / Test

Heute kam mein Sunlu T3 an.
Das Lieferung hatte eine gute Zeit gedauert, da ich das Ding im PreSale geschossen hatte und der Drucker deshalb ohnehin schon Vorlauf hatte und dann aber zusätzlich auch leider noch die Coronazeit wohl in der Site in China zugeschlagen hatte, wodurch der Drucker dann auch länger als eigentlich angekündigt brauchte um geliefert zu werden.

Zunächst einmal ist das Gerät ordentlich verpackt. Es existiert genug Styropor,es hat genügend Raum. Es ist gesichert durch stabile Kabelbinder. Also zum Versand kann
man nichts gross sagen. Das ist ordentlich gelöst.

Dann kam der Aufbau. Da ich schon etliche 3D Drucker zusammengefriemelt hatte,
wusste ich, wie dabei vorzugehen ist. Also habe ich eigentlich keine Anleitung gebraucht, bis auf das Schraubenthema, das jedes Mal zu lösen ist: Welche Schraube kommt wohin ?

Dies hat aber Sunlu sehr gut gelöst. Ich muss wirklich sagen sehr gut. In der Mini-Anleitung die dabei liegt sieht man, welche Schraube wo und wann genutzt werden soll.
Die Tütchen selber sind dann per Nummern beschriftet. Das ist sehr lobenswert.
Hier sollte sich so manacher Hersteller mal ein Beispiel dran nehmen.

Das gesamte Ding habe ich in einer 30-minütigen Mittagspause zusammengeflaggt ohne sonderlich Probleme.

Dann kam allerdings der AHA-Effekt wieder mal durch.
Auf dem Filament-Sensor prangt ein riesengrosses Warnungsschild, dass da an der Seite ein Knopf gedrückt werden muss wenn man das Filament einlegt. Das stört den optischen Eindruck, also habe ich versucht das zu entfernen. Leider haben die Chinesen da so einen Mega-Kleber genommen und ich musste das Ganze dann mit einem Schaber und Iso-Alkohol versuchen runterzunehmen. Nervig – Aber ist nunmal so.

Dann sind sämtliche V-Rolls nicht angezogen. Und damit meine ich auch sämtliche. Bett, Achsen.. Alles labberig und locker. Also erstmal angezogen.
Der 0815 Anwender wird damit sicherlich schon direkt mal in das erste Problem laufen.
Das Anziehen der V-Rolls sehe ich nämlich als Teil der Qualitätssicherung beim Hersteller und nicht als Teil einer Anwenderaufgabe. Kein Mensch zieht beim Kauf eines Autos erstmal die Schrauben der Felgen nach bevor er beim Händler vom Hof fährt.

Aber dann kam eigentlich das grösste Problem:
„Wo ist ein Cura Profil – Wo sind Beispieldrucke auf der SD ?“
Fehlanzeige. Sowas gibt es offentsichtlich nicht bei SUNLU. Okay. Es sind zwar
Testdrucke vorhanden, die muss man aber erstmal auch Slicen..Nur womit ? Das mitgelieferte Cura ist irgendeine ganz seltsame Interpretation. Pronterface nutze ich nicht. Und was mit der gelieferten Software produziert wurde, somit schonmal vorweg, hat auch nichts Ordentliches geliefert.

Also habe ich einfach mal das Standard Ender 3 Profil genommen (Klar, wird langsamer sein, klar, wird nicht alle Features haben – Aber es geht) – Ender 3 geht ja immer bei den Druckern, die im Grunde genommen alle den gleichen Aufbau haben.

Das Einziehen des Filaments und der Druck waren dann am Anfang auch echt okay.
Allerdings tut sich Sunlu nichts gutes damit, so einen Schrott an Filament mitzuliefern.
Das Filament kommt porös und spröde daher, bricht total leicht, hat einen sehr ungleichmässigen Auftrag und es ist mir sogar über Nacht ohne es anzurühren zwischen Rolle und Filament-Sensor von selbst gebrochen.
Sorry, aber damit macht ihr bei Sunlu, besonders Neulinge nicht glücklich – Im Gegenteil – Man bekommt erstmal einen Schreck und der Spass am Neuen Gerät lässt merklich nach. Hier solltet ihr in eigenem Interesse 3 Cent mehr hin- und ein besseres Filament beilegen.

Leider ist auch der Filamentsensor irgendwie ein ganz komisches Ding.
Der ist nämlich flexibel angebracht. Heisst: Mit einer Schraube am Gehäuse befestigt.
Das bedeutet, dass der sich bei jedem Retract dann wieder zurück bewegt und quasi, je nach Druck, immer hin und herbewegt, wie ein Hund der mit dem Schwanz wedelt.
Das Ganze dann auch noch mit nur einer läppischen Schraube befestigt ? Ich weiss nicht so Recht – Deshalb habe ich das Ding auch gleich mal „ad Akta“ gelegt und direkt in den Extruder das Filament eingelegt und den Filament-Sensor dann in der
Firmware ausgeschaltet.

Schnell kann er der Drucker.
Unter 2 Voraussetzungen allerdings nur:

  • Standard Slicing Optionen
  • Keine komplizierten Themen wie maximale Überhänge etc.

Dann ist nämlich die Fast Print Option die man über das Menü auswählen kann wirklich Fast.

Das ganze Thema Fast Print recht gut gelöst. Der Druck ist wirklich um Welten
schneller und kommt auch recht ordentlich raus. Klar, bei Überhängen etc. die
auch generell recht anspruchsvoll sind, da kommt dann eben weniger Qualität raus, weil einfach auch die Kühlung geringer ist etc.
Aber bei einfachen Sachen ist der Fast Print durchaus super anzuwenden.

So und nun sind wir – Ich weiss, ihr wollt alle eigentlich nur auf den Part –
bei den Pros und Cons:

</tldr>

Pro:

  • Stabiler Drucker
  • Gute Verpackung
  • Leicht aufzubauen
  • Schraubentütchen mit Nummern !
  • Bei langsamem Druck gute Quali
  • Bei schnellem Druck akzeptable Quali aber super Zeitersparnis
  • Filamentsensor
  • Guter Extruder
  • Auto-Levelling
  • Magnet-Platte für die Base

Con:

  • Schlampige Qualitätssicherung – Viel zu wenig ist festgeschraubt
  • Miserable Softwareunterstützung – Keine Profile für Cura etc.
  • Zu wenig Funktionen werden dem Neuling erklärt
  • Absolut unterirdisches „Gift“-Filament (das was dabei ist)
  • Display sitzt an einer schlechten Position und ich nicht neigbar – Wenn die Base nach vorne raus fährt, sieht man nichts mehr
  • Nerviger Aufkleber auf dem Filamentsensor

Kann ich den Drucker empfehlen: JEIN

Warum ?
Weil ich glaube, dass der 0815 Neueinsteiger einen Drucker sucht, bei dem er sich nicht erst noch gross Gedanken machen muss.
Es wird erwartet, dass man den Drucker auspackt, zusammenschraubt und dass dann entsprechend ein ordentliches Ergebnis herauskommt.
Das wird bei einem Drucker, so wie ich ihn bekommen habe niemals passieren.
Alleine schon das V-Rolls und Software-Thema macht das unmöglich.

Wenn man hingegen ein Anwender ist, der schon mehrere Drucker hat; Stellenweise auch selber gebaute, über verschiedene Hindernisse bereits gestolpert ist… Und auch weiss, dass die Chinesen es nicht hinbekommen den Exzenter und auch die Nozzle
bei den Druckern ordentlich festzuschrauben, der kann mit diesem Drucker, der auch noch ordentlich schnell ist, durchaus Spass bekommen.

Sunlu T3 im Lab

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